Arktis, ein Treffen mit den Eisbären

Einer meiner schönsten und aufregendsten Reisen war meine Expedition zur Arktis. Gemeinsam mit dem WWF Artenschutzbeauftragten und Eisbärenforscher konnte ich diese Welt mit ihren wundervollen Tieren entdecken.


Von Frankfurt aus ging es über Chicago in den USA und nach Winnipeg in Kanada. Nochmal eine Nacht im Hotel genießen bevor es in die weiten der Arktis geht.

Die kleine Stadt Churchill

Ein wichtiger Ort wenn man Eisbären in der Arktis sehen will ist Churchill. Keine Straße führt hierher, mit dem Zug braucht man 2 Tage, mit dem Flugzeug, von Winnipeg aus, der 1700 Kilometer entfernten Hauptstadt Manitobas etwa 2 Stunden. Churchill ist eine Kleinstadt an der Südwestküste der Hudson Bay in der kanadischen Provinz Manitoba mit 900 Einwohnern . Sie liegt im Grenzbereich zweier Naturzonen: der borealen Nadelwaldregion im Süden und der arktischen Tundralandschaft im Norden.


Der Ort ist vor allem durch die rund 1000 Eisbären bekannt geworden, die im Herbst vom Landesinneren hierher zur Küste wandern und zur Robbenjagd auf ein Zufrieren des Meeres warten, darum wird der Ort auch als „Eisbären-Hauptstadt der Welt“ bezeichnet.
Churchill eine sehr kleine Stadt eigentlich ein Dorf. Es gibt eine Hauptstraße der Boulevard!, dann sind da noch drei Kirchen, ein paar Häuser, einige einfache Herbergen wie das „Aurora Inn“, mehrer Restaurant, das Beste davon war das Gypsy´s , ein Kaufhaus und die Post, wo’s kostenlos einen bärigen Stempel in den Reisepass gibt.
Niemand schließt sein Auto oder sein Haus ab, den wenn dir ein Eisbär begegnet kannst du dich schnell in Sicherheit bringen




Durchgehend geöffnet ist das Eskimo-Museum. Dieses ist dem Leben und der Geschichte der Inuit Bevölkerung gewidmet, also den Menschen des arktischen Polarkreises. Im Eskimo Museum lernt man die Geschichte und Kultur dieser einmaligen Gegend aus erster Hand kennen.

Stopp Eisbären!!



Überall in Churchill gibt es Schilder mit der Aufschrift „Stopp Eisbären, wenn Sie einen Eisbären sehen, bitte anrufen“ .

Es gibt sogar eine Eisbärenpolizei und ein Eisbärenhotel in Churchill, aber warum dachte ich mir, doch gleich am ersten Morgen hörte ich laute Schüsse. Da war doch tatsächlich ein Eisbär in der Stadt, die Schüsse sollen ihn vertreiben außerdem gibt es am Stadtrand zur weiteren Sicherheit die aufgestellte Fallen-Fässer und wenn die Eisbären gefangen werden, gehen sie für 30 Tage ins Eisbärenhotel bekommen dort aber nur Wasser. Dann werden sie mit dem Helikopter ausgeflogen und irgendwo in der Weite der Arktis ausgesetzt – in der Hoffnung, dass sie uns Menschen nicht wieder zu nahe kommen. Wenn so ein Eisbär mal gefangen wird dann nützen die Forsches dies gleich aus, sie verpassen den Eisbären einen Sender so können sie von den Forschern jederzeit geortet werden.




Tundra Buggy Lodge

Eisbären in den weiten der Tundra zu erleben, ist schon ein grandioses Erlebnis. Gesteigert wurde das ganze mit der Übernachtung in der Tundra Buggy Lodge. Mit 18 Personen standen uns  2 Einheiten mit Doppelkabinen zur Verfügung. Duschen/Toiletten sind zwischen den beiden „Schlafwagen“ untergebracht. Am Ende jeder Sektion befindet sich eine Aussichtsplattform. In den restlichen 3 Einheiten sind der Speisesaal, eine Lounge sowie die Versorgungseinrichtungen der Lodge untergebracht. Die ersten Nächte verbrachten wir am Polar Baer Point, danach ging es weiter in den Wapusk Nationalpark nach Cape Churchill, die perfekte Möglichkeit, die Könige der Arktis rund um die Uhr beobachten zu können.
Schon sehr früh am Morgen ging es los, die Sonne erschien gerade am Himmel, als die einzelnen Wagen der Lodge an die verschiedenen Buggies gekoppelt wurden und wir endlich in Richtung Cape Churchill fuhren.
Die Eisbären in Cape Churchill sind auf ihrem Weg zur zugefrorenen Hudson Bay und kommen so automatisch an unsere Unterkunft vorbei. Der erste Morgen als ich aufwachte und aus meinem kleinen Fenster schaute blickte ich in die  Augen eines Eisbären.





Und was ist ein Tundra Buggy? Stellen euch einen großen amerikanischen Schulbus vor, auf einem Monstertruck-Fahrgestell, es sie speziell konstruiertes um die Eisbären gut beobachten zu können ohne in Gefahr zu sein, die Räder sind gut zwei Meter hoch. Zum Glück ist es in unserem Super-Bus, der uns an ein Flugzeug auf Rädern erinnert, mollig warm. Ein kleiner Gasofen, auf dem auch ein Tee dampft, bollert kräftig und entschädigt für den Geruchder nahen Chemie-Toilette.  Die offenen Bus-Plattform hinten, ideal zum beobachten und Fotografieren


Eisbären

Hat das letzte Schiff die Stadt verlassen, ist der Sommer vorbei und es wird ruhig am Hafen. Die Herbststürme kündigen den bevorstehenden Winter an. Jetzt dauert es nicht mehr lange, bis die Hudson Bay beginnt zuzufrieren. Dann warten geduldige die Eisbären am Ufer, bis das Meer zufriert. Dann ziehen sie mit den Eisschollen hinaus aufs Meer zu den Robbenfanggründen.
Eisbären haben keine natürlichen Feinde und daher rauch keine Angst vor den Menschen. Der Eisbär ist perfekt ans das Überleben in der Kälte angepasst. Sein Pelz ist sehr dichter Pelz und darunter hat er eine, fast zehn Zentimeter dicken Fettschicht diese hält ihn auch bei Temperaturen unter minus 50 Grad Celsius warm. Das Fell des Eisbär ist hell damit er sich besser tarnen kann und so besser Jagd auf seine Beute macht. Dennoch können sie einfallendes Sonnenlicht gut in Wärmeenergie umwandeln. Ihre hohlen, durchsichtigen Haare auch Kapillaren genannt leiten die Wärme auf eine tiefschwarze Haut, welche die Wärme gut aufnimmt.



Eines der Highlights waren die rauen Spielkämpfe der großen jungen männlichen Bären. Der Eisbärenforscher Jeff York erzälte uns das wenn die Jahreszeit fortschreitet und die Temperaturen sinken, werden die ansässigen Bären aktiver und beginnen zu spielen. Einige kämpfen kurz miteinander andere bleiben zusammen und spielen ein paar Tage zusammen.
Kämpfe beginnen in der Regel, wenn der Bär vorbei schlendert und seine Absicht signalisiert, mit gesenktem Kopf oder sogar einem Anstoß oder Bissen. Die beiden Bären sind dann "Mund". Von Angesicht zu Angesicht öffnen sie ihren Unterkiefer, bewegen sich und scheinen sich gegenseitig zu beißen. Bald nimmt die Intensität zu. Sie ringen und versuchen, dem anderen eine riesige Pfote um den Hals zu legen.



Unweigerlich will einer, immer der Stärkere sein und so messen die jungen Eisbären sich und bereiten sich auf den Ernstfall vor. Das sind die rauen Spielkämpfe der großen männlichen Bären. 







Draußen ist’s grau-trübe und eisig, minus 30 Grad zeigt das Thermometer. Gefühlt ist’s kälter, das sogenannte „Wind Chill“ kommt ins Spiel. Winzige Schneekristalle wirbeln durch die Luft sie peitschten wie kleine Nadelstiche im Gesicht und brennen. Trotz der extremen Kälte hat mich die Arktis in ihren Bann gezogen. Die Eisbären, wahre Könige in dieser rauen Welt. Ich habe viel über die Eisbären aber auch über den Klimawandel gelernt und wie die Welt der Eisbären schwindet. Hier ein paar Eindrücke vom unseren Touren „Backstage“ , immer mit dem Fernglas gerüstet Ausschau halten nach dem nächsten Eisbär.







Unser Fahrer Brain ist geschult und weis genau welche Wege einzuschlagen sind, dazu noch sehr lustigt, er hat immer einen Scherz auf lager. Jeff der Eisbärenforscher schult uns so das wir die Bewohner dieses subarktischen Lebensraums schnell erkennen: Eisbären, Schneehasen, Schnee-Eulen, Schneehühner, Polarfüchse.
Und doch ist die eisige Plattform gut besucht, denn plötzlich sind sie da: die Bären. Zwei junge Eisbärbullen schälen sich aus dem Gestöber, erstehen aus dem grobkörnigen weißen Nichts. Die beiden mustern kurz den Tundra Buggy, sehen die freudvoll erregten Menschengesichter auf der Plattform, an den Scheiben und offenen Fenstern, aber das ficht sie nicht an.





In der weiten der Arktis sind die Forscher auf den Helikopter angewiesen der kann allerdings nur bei gutem Wetter fliegen. Auch wir haben den Helikopter benötigt den wir hatten einen Platten Reifenwechseln in der Arktis ist nicht so einfach besonders wenn die Reifen fast zwei Meter hoch sind. Der neue Reifen musste mit dem Helikopter gebracht werden aber seht selbst.





 Weiter geht es mit den Eisbären. Im ersten Augenblick denkt man wie süß , Eisbären Mutti mit zwei Eisbärenbabies Doch der Anblick täuscht und das könnt ihr im zweiten Bild sehr gut sehen. Das Eisbärenweibchen ist abgemagert und ob sie beide Jungen durchbekommt ist nicht sicher. Immer seltenere sieht man Eisbärenweibchen mit zwei geschweige den drei Jungen, Der Klimawandel verkürzt die Zeit in der die See zugefroren ist und somit die Zeit in der die Eisbären auf Robben Jagd gehen können. Wenn es so weitergeht gibt es in absehbarer Zeit keine Eisbären mehr in der freien Natur.





Wunderschöne Sonnenuntergänge und Sonnenaufgänge habe uns fast jeden Tag begleitet ein besonderes Farbenspiel wurde uns geboten. Die Arktis hat Nachts, ein Wahnsinns Sternenhimmel so klar als ob man nach den Sternen greifen kann.




In den weiteren Bilder, habe ich euch Fotos von einem kleinen lustigen Eisbär, ein kleiner Schauspieler der sich super präsentiert hat. 

Der Übertragungswagen

Goeff York der Eisbärenforscher gibt auch Lifestreams für die Universitäten in den USA. Möglich macht dies der spezielle Tundra Buggy Übertragungswagen. Jeff York kann dort direkt den Studenten die Eisbären zeigen, er erklärt alles über ihr Verhalten, Aussehen und den Klimawandel sowie beantwortet fragen.




In den nächsten Tagen sehen wir so viele Eisbären und in allen Positionen, Schlafend, Sitzend , Marschierend, Allein und zu Zweit 



Die Eisbären wirken so plump und bewegen sich doch fast schon grazil. Sowie unserer Bärenmutter mit ihren zwei Jungen .


Die weißen Riesen, bringen manchmal bis zu 700 Kilo auf die Waage, sind besonders neugierig, schnuppern und riechen nach uns.



Die weißen Könige der arktischen Tundra beherrschen majestätisch ihre eisigen Weiten.
Es ist weiß, kalt, still. Bis auf den jaulenden Wind ist nichts zu hören außer mein Herzschlag. Die eisige Luft füllt meine Lungen, und ich spüre einen leichten Schmerz. Um mich herum ist das Nichts, ein flaches und unermessliches, weites Nichts. Ich fühlen mich wie in eine andere Welt versetzt. Und mein Herz schlägt noch immer bis zum Hals. Denn da drüben, nur ein paar Meter von mir entfernt, ein wunderschöner Eisbär


Der grüne Himmel

Am letzten Abend im Wapusk Nationalpark erwartete uns noch etwas ganz besonderes eine Formationen, in Grüntönen, die zwischen tiefem Smaragd und leuchtendem Grün am Himmel tanzen und über das nächtliche Firmament ziehen wie ein strahlend Band von Rauch. Es ist atemberaubend.

Bild Arkits.com

Mit dem Helikopter unterwegs

Nach Tagen auf dem Eis und zwei Tage bei Temperaturen -40 Grad und extremen Windgeschwindigkeiten,gefühlte - 60 Grad,ist alles eingefroren. Das bedeutet kein duschen war mehr Möglich und Zähneputzen geht nur mit einer Wasserflasche. Geschlafen habe ich angezogen in voller Montur. Nach draußen gehen ging nur mit voller Vermummung selbst die Flüssigkeit in den Augen gefriert. Ein paar Sekunden ohne Handschuhe und die Finger schmerzen sofort wegen der Kälte. Die Wassertoilette im Schlafwagen war natürlich auch eingefroren und nicht mehr zu benutzen. Das bedeutet man muss nach draußen und die Chemietoilette vom Tundra Buggy benutzen. Eine Herausforderung wenn man Nachts auf die Toilette muss. Tage lang ohne zu duschen, dazu brauche ich nichts zu sagen... Nach 10 Tagen faszinierender Eisbären und die Weite der Arktis ging es mit dem Helikopter zurück nach Churchill. Alles von Oben zu sehen war einfach genial. In Churchill erwartet mich endlich die heiß ersehnte Dusche und das nächste Abenteuer.




Hundeschlittenfahrt

Und wer die Tundra schließlich noch unmittelbarer erfahren will als aus dem Buggy, der macht eine Hundeschlittenfahrt. Es ist ein Erlebnis ganz eigener Art, hinter einer geschirrten Schar eifriger und energiegeladener Huskys durch den Schnee zu jagen.

Die Hunde mit ihren klaren und eisblauen Augen, sind zum verlieben und immer bereit auf die Kommandos zu hören. Doch sie sind, anders als wilde Eisbären, von Natur aus sanftmütig.





Eine fantastische Reise geht zu Ende

Es ist nicht zu beschreiben wie fantastisch diese Reise war, ich bin dankbar für jeden einzelnen Augenblick. Diese Reise ist in keinen Katalog so zu buchen. Mit dem WWF und den Eisbärenforschern unterwegs zu sein war ein unglaublich faszinierendes Abenteuer. Ich habe viel gelernt über die Eisbären und ihre Lebenswelt und war geschockt wie gefährdet diese Tiere sind. Ich selbst konnte sehen wie der Klimawandel in der Arktis all gegenwärtig ist. Darum gebe ich jetzt Vorträge und erzähle von meinem einzigartigen Erlebnis Arktis und wie die Welt sich dort verändert. Es ist wichtig das wir uns für die Umwelt einsetzen, den was wir hier tun hat auch Auswirkung in der Arktis.

Ich kann nur Danke sagen an WWF und Wick für diese tolle Zeit und danke an das tolle Team, das ich begleiten durfte.

Alles Liebe

Maria del Carmen




Katharina Organisatorin von Wick, Christoph Eisbärenbotschafter, Martin Fotograf,Stefan WWF, Patrick Repoter,Goeff Forscher WWF, Brian Fahrer 












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